Warenkorb
No products in the cart.
Kurz erklärt
Fermentation ist die kontrollierte Umwandlung von Lebensmitteln durch Mikroorganismen — bei Oliven vor allem durch Milchsäurebakterien und Hefen, die in der Salzlake arbeiten. Sie bauen Zucker zu Milchsäure ab, senken den pH-Wert und machen die Olive dadurch auf natürliche Weise haltbar, bekömmlich und aromatisch. Fermentation ist eine der ältesten Konservierungsmethoden der Menschheit: Sauerkraut, Joghurt, Sauerteig — und eben eingelegte Oliven — beruhen alle auf demselben Prinzip. Bei naturbelassenen Oliven ersetzt sie jeden Konservierungsstoff.
Bei der Fermentation verstoffwechseln Mikroorganismen Bestandteile eines Lebensmittels und verwandeln es dabei in etwas Neues: Milchsäurebakterien machen aus Kohl Sauerkraut, aus Milch Joghurt — und aus einer harten, bitteren Olive eine würzige Delikatesse. Entscheidend ist, dass die „richtigen“ Mikroben die Oberhand gewinnen. Genau dafür sorgt bei Oliven die Salzlake: Das Salz hemmt Fäulniserreger, während salztolerante Milchsäurebakterien ungestört arbeiten können.
Im Laufe von Wochen bis Monaten passiert dreierlei zugleich: Die Bakterien produzieren Milchsäure und senken den pH-Wert auf etwa 4,5 oder darunter — ein Milieu, in dem Verderbniskeime nicht überleben. Sie bauen Restbestände des Bitterstoffs Oleuropein ab und vollenden so die Entbitterung. Und sie erzeugen hunderte neuer Aromaverbindungen — die feine Säure, Würze und Tiefe, die eine gut fermentierte Olive von industrieller Schnellware unterscheidet.
Der traditionelle Ablauf ist unspektakulär und gerade deshalb so robust: Die entbitterten oder eingeritzten Früchte kommen in Salzlake, werden vollständig bedeckt und kühl gelagert. In den ersten Tagen vermehren sich die auf der Fruchthaut natürlich vorhandenen Milchsäurebakterien; kleine Bläschen und eine leichte Trübung der Lake zeigen die aktive Gärung. Nach zwei bis vier Wochen beruhigt sich der Prozess, und die Oliven reifen still weiter — je länger, desto runder der Geschmack. Manche Erzeuger lassen ihre Früchte viele Monate in der Lake, ähnlich wie Wein im Fass.
Naturbelassen heißt fermentiert: Wenn auf einem Glas Oliven „naturbelassen“ und „ohne Konservierungsstoffe“ steht, ist Fermentation die Antwort auf die Frage, warum das funktioniert. Milchsäure und Salz konservieren die Frucht von selbst — so wie bei unseren grünen naturbelassenen Oliven, die ohne jeden Zusatzstoff auskommen.
Das Prinzip trägt weit über die Lake hinaus. Auch schwarzer Knoblauch trägt die Fermentation im Namen — genau genommen reift er über Wochen bei kontrollierter Wärme und Feuchtigkeit, wobei die Maillard-Reaktion die Zehen tiefschwarz, weich und süßlich macht. Ob mikrobielle Gärung wie bei der Olive oder enzymatische Reifung wie beim schwarzen Knoblauch: Gemeinsam ist beiden, dass Zeit und Naturprozesse den Geschmack erzeugen, den keine Abkürzung liefern kann.
Fermentierte Lebensmittel gelten aus zwei Gründen als wertvoll: Sie bringen lebende Milchsäurebakterien mit, die zu einer vielfältigen Ernährung beitragen, und die schonende Konservierung erhält hitzeempfindliche Inhaltsstoffe wie Polyphenole. Bei pasteurisierter Dosenware sind die Kulturen abgetötet — unpasteurisierte Oliven aus der Lake sind hier die lebendigere Wahl. Wissenschaftlich solide belegt ist der Erhalt der Inhaltsstoffe; pauschale Heilsversprechen zu „probiotischen“ Effekten einzelner Lebensmittel sind dagegen mit Vorsicht zu genießen.
Nein. Traditionell in Salzlake gereifte Oliven sind fermentiert — industriell mit Lauge entbitterte und anschließend sterilisierte Ware dagegen meist nicht. Der Hinweis „naturbelassen“ und eine lebendige, leicht säuerliche Note sprechen für echte Fermentation.
In den ersten Tagen an feinen Bläschen und leichter Trübung der Lake, später an einem angenehm säuerlichen Geruch. Warnzeichen sind dagegen Fäulnisgeruch oder farbiger Schimmel — dann ist die Lake gekippt.
Ja. Frische, eingeritzte oder gewässerte Oliven vollständig in eine Lake aus 80 bis 100 g Salz pro Liter Wasser einlegen, beschweren, abdecken und kühl lagern. Nach vier bis acht Wochen sind sie genussreif — Geduld verbessert das Ergebnis.
Im Deutschen werden beide Begriffe weitgehend synonym verwendet. „Gärung“ betont den mikrobiellen Prozess selbst (Milchsäure-, alkoholische Gärung), „Fermentation“ wird heute als Oberbegriff für alle kontrollierten Umwandlungen durch Mikroorganismen oder Enzyme gebraucht.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr Informationen